• Omega-3 – Die Fettsäuren unserer Vorfahren

    Ja, Fette sind wichtig! Selten wird ein Nährstoff – unberechtigt – so in die Mangel genommen, wie das bei Fetten der Fall ist. Jedes „fette“ Essen schadet unserer Gesundheit, wurde propagiert. Schon längst weiß man, diesen Standpunkt differenzierter zu betrachten. Die Natur liefert uns viele verschiedene Fette aus der Pflanzen- und Tierwelt mit vielen unterschiedlichen Wirkungen.

    Natürlich gibt es nicht das beste Fett schlechthin. Unterschiedliche Fette haben unterschiedliche positive Wirkungen. So sind auch die verpönten gesättigten Fett-säuren nicht automatisch „böse oder schlecht“! Als Beispiel sei hier das früher als „ungesund“ geltende Kokosfett genannt. Mit seinem dominierenden Anteil an Laurinsäure kennt man heute die protektive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System. Außerdem wirkt es antimikrobiell, geht also Bakterien an den Kragen (so ändert sich der Wissensstand im Laufe der Zeit).

    Und jetzt zum Thema:

    Manche Fettsäuren(1)kann unser Körper nicht selbst herstellen, sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Man bezeichnet diese lebenswichtigen Funktions-träger deshalb als essenzielle Fettsäuren. Zu diesen zählt man die Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) und die Alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure).

    Wo finde ich was?

    Linolsäure: Mais-, Distel-, Soja-, Sonnenblumenöl, etc. (reich an Omega-6-Fettsäuren)

    Alpha-Linolensäure: als bekannteste Vertreter das Leinsamen-, Raps-, Walnussöl (reich an Omega-3-Fettsäuren).

    Wenn man sich die oben angeführten Beispiele ansieht, merkt man sofort, dass Sonnenblumen- und Maiskeimöl unsere Ernährung dominieren. Wer isst schon seinen Salat mit qualitativ hochwertigem Leinsamen- oder Walnussöl?  Aus Funden von vor 20 Jahren weiß man, dass unsere Vorfahren wesentlich mehr Omega-3- und viel weniger Omega-6-Fettsäuren aßen als wir es heute tun. Ihr Anteil an Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren war 1:3 bis 1:5. Unser Verhältnis bewegt sich heute in einer Größenordnung von 1:12 bis 1:80 (!).

    Aus der Alpha-Linolensäure kann unser Körper weitere wichtige Vertreter der Omega-3-Fettsäure bilden: EPA(2) und DHA(3) . Absolut wichtig für Nerven- und Hirn-zellen wirken diese den Omega-6-Fettsäuren teilweise entgegen (entzündungs-hemmend).

    Die gute Nachricht: EPA und DHA sind in Kaltwasserfischen (Lachs, Hering, Makrele, Krill und Konsorten, sowie in speziellen Algen (Schizochytrium)) bereits vorhanden und können somit in reiner Form aufgenommen werden. Ein nicht unwesentlicher Vorteil! Wer Fisch nicht mag, kann auf Fischölkapseln zurückgreifen. 

    Die gesundheitliche Wirkung:

    Zahlreiche Studien bestätigen die positive Wirkung von Omega-3-Fettsäuren bei: Adipositas, Allergien, Asthma, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Krebs und vielem mehr. Krankheiten, mit denen wir heute – bei unserer Omega-6-reichen Ernährung – konfrontiert sind.

    Da macht es doch durchaus Sinn, auf den passenden Anteil von Omega-3-Fettsäuren zu achten!

    Ohne viel Umschweifen gleich zur Praxis.

    So „pepp“ ich meinen Omega-3-Anteil auf:

    • Regelmäßiger Verzehr von fettem Fisch (1 – 2 x pro Woche)
    • Zum Salat bevorzugt hochwertiges Leinöl, Rapsöl oder Walnussöl verwenden.
    • Walnüsse knabbern oder als sinnvolle Beigabe zum Müsli.
    • Hochwertige Fischölkapseln (nicht aus billigen Aquakulturen stammend) substituieren.
    • Keine chemischen Omega-3 Präparate verwenden (wirkungslos).
    • Für die Hardcore-Fraktion: Lebertran! Einnahmeempfehlung beachten (Gefahr der Hypervitaminose!).
    • Mehr Gemüse und weniger Fleisch essen.
    • Industriell verarbeitete Lebensmittel vermeiden (diese enthalten keine Omega-3-Fettsäuren).
    • Den Anteil an entzündungsfördernden Omega-6-Lieferanten (Sonnenblumen- und Maiskeimöl) reduzieren.
    • Zum Braten beispielsweise Kokosöl, Butter oder Butterschmalz verwenden.

     

    Wie bei den meisten Themen haben wir „Mut zur Lücke“ bewiesen, um das Wesentliche in einem Artikel zusammen zu fassen.

    Conclusio: wer seiner Gesundheit Gutes tun will, wird sich mit dem Thema Omega-3-Fettsäuren, EPA und DHA befassen und seine Ernährungsgewohnheiten umstellen müssen.

    Mit „essenziellen, fetten“ Grüßen

     

    Heli und Wolfi 

     

    (1) Bestandteile von Fetten

    (2) Eicosapentaensäure

    (3 )Docosahexaensäure

    Antworten →
  • gepostet von Gratzer Bernd on 21. November 2017, 15:44

    Alpha Linolsäure ist in Leindotteröl reichlich vorhanden. Ist angenehmer im Gechmack (wie Erbsen), als Leinöl. Bei kühler Lagerung auch länger haltbar.

    Antworten →
    • gepostet von Wolfgang Töfferl on 22. November 2017, 20:25
      in reply to Gratzer Bernd

      Hallo Bernd!
      Vielen Dank für deinen Tipp! Leindotteröl enthält zwischen 14 und 21 Prozent Alpha-Linolensäure und ist somit ein guter Omega 3 Lieferant…
      Sportliche Grüße Wolfi

      Antworten →

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