• Blutwerte verstehen: Schau auf dein Blut, es verrät einiges über deine Fitness!

    Blutwerte geben uns nicht nur Auskunft über unseren momentanen Gesundheits-zustand, sondern sind auch ein wichtiger Marker, wenn es um unsere Fitness und Leistungsfähigkeit geht.

    In diesem Artikel wollen wir einige Blutwerte tabellarisch präsentieren. Die wesentlichen vier Hauptgruppen (Aminosäuren, Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Hormone) sind mit ihren wichtigsten Vertretern angeführt. Natürlich sind nicht alle Blutwerte für jeden relevant. Je nach Sportart sind unterschiedliche Parameter zu berücksichtigen.

    Beispiel: bei einem Mann wäre beim Thema Krafttraining ein hoher Testosteron-spiegel von Bedeutung! Ist der Wert lediglich in der Norm, kann man mit natürlichen Nährstoffen (z.B. scharfer Bertram, Ashwagandha) den Spiegel deutlich verbessern.  Dies wirkt sich meist spürbar auf die Leistungsfähigkeit und somit auf das Training aus.

    Ein mit dem Thema vertrauter Arzt hilft bei der persönlichen Auswahl!

    Bei der Standard-Blutuntersuchung werden lediglich die für unsere Gesundheit relevanten Werte bestimmt. Ein überaus wichtiger Aspekt. Sind die Werte in Ordnung, ist sichergestellt dass unser Körper funktioniert.

    Verlangt man von seinem Körper mehr als nur vor dem Fernseher zu sitzen und Nahrung zu verdauen – nämlich Gewichte stemmen, 10 Kilometerläufe und ähnliches – ist die Bestimmung zusätzlicher, leistungsrelevanter Blutwerte notwendig.

    Gehen wir davon aus, dass wir uns optimal ernähren:

    Einen hohen Gemüseanteil (600 g), 3 Stück Obst am Tag, hochwertige Kohlenhydrate, kontrollierte Fettzufuhr (Omega-3-Fettsäuren (siehe Artikel)) und optimale pflanzliche und tierische Proteinquellen. Sogar der Ballaststoffanteil passt.

    Normalerweise müssten somit alle relevanten Nährstoffe zur Verfügung stehen. Da wir unserem Körper allerdings höhere Leistungen abverlangen – und das regelmäßig – kann es vereinzelt zu Defiziten kommen. Im schlimmsten Fall kann es passieren, dass durch das Fehlen eines einzigen Nährstoffes dieser zum limitierenden Faktor wird und dadurch die Leistungsfähigkeit sinkt!

    Dr. Strunz nennt das in seinem Buch “Blut” das “Flaschenhals-Phänomen”: Der Einzelstoff, von dem Du zu wenig im Blut hast, bestimmt Dein Leben.

    Die folgende Übersicht entstammt dem Buch Blut: Die Geheimnisse unseres “flüssigen Organs” von Dr. med. Ulrich Strunz.

    Blutwerte verstehen 1: Essenzielle Aminosäuren

    Name Wertebereich Bedeutung
    Leucin 110,00 – 217,00
    μmol/1
    Wesentlich für muskuläre Ausdauer, für körperliche Ausdauerleistungsfähigkeit.
    Isoleucin 58,00 – 117,00
    μmol/1
    Wesentlich für muskuläre Ausdauer, gleichzeitig gehirnaktive Aminosäure, bildet Neurotransmitter (so wie Tryptophan und Phenylalanin).
    Valin 206,00 – 317,00
    μmol/1
    Wichtig zum Aufbau eines aktiven Immunsystems.
    Methionin 25,00 – 40,00
    μmol/1
    Ansatzpunkt für jeglichen Eiweißaufbau. Bestandteil des Carnitins, das Fett in die Zelle transportiert, wo es dann verbrannt wird. Wichtig für die Abwehrfunktion der Killerzellen im Blut. Bei Mangel Hinweis auf erhöhten Verbrauch des Körpers (Methylierung) und damit Hinweis auf mögliche Autoimmunerkrankung, erhöhtes Krebsrisiko etc.
    Lysin 139,00 – 240,00
    μmol/1
    Ist die wichtigste, da limitierende Aminosäure im pflanzlichen Eiweiß. Ist Teil des Carnitins, des Stoffes also, der Fett in die Zelle einschleust und damit Fettverbrennung überhaupt ermöglicht. Stimuliert die antivirale Abwehr.
    Phenylalanin 51,00 – 109,00
    μmol/1
    Ausgangssubstanz für Glückshormone wie Noradrenalin, ACTH und Endorphine. Wesentlich für die Stimmung des Menschen.
    Tryptophan 36,00 – 125,00
    μmol/1
    Ausgangssubstanz für Serotonin, das Chefhormon. Hormon der inneren Ruhe, der Ausgeglichenheit, des Glückes. Stressregulator. Bei Mangel Entwicklung von Depressionen bis hin zu Psychosen. Schlüsselsubstanz für die Herstellung von Melatonin, einem hoch potenten Antioxidans, dem sogenannten Schlafhormon.
    Threonin 118,00 – 210,00
    μmol/1
    Typischerweise vermindert bei überforderter Abwehr des Körpers (z.B. bei Aids oder Rheuma). Risikofaktor.
    Arginin 110,00 – 180,00
    μmol/1
    Ignarro hatte die Rolle von Stickoxid (NO) als Schutzmolekül des Körpers entdeckt (Nobelpreis 1998). NO entsteht aus Arginin und stellt die Blutgefäße weit – auch im Gehirn sowie der Körpermitte. NO kann hohen Blutdruck normalisieren, vor Blutgerinnseln und Entzündungsreaktionen in den Arterien schützen und damit vor Herzinfarkt und Schlaganfall.

     

    Blutwerte verstehen 2: Mineralstoffe, Spurenelemente und Schwermetalle

    Name Wertebereich Bedeutung
    (m = Männer; w = Frauen)
    Ferritin m: 120–400 ng/ml
    w: 60–160 ng/ml
    Eisenspeicher im Blut, Spiegel der Eisenreserven, Maß für die Sauerstoffversorgung der Muskulatur, auch des Herzens.
    Natrium 134–150 mmol/l Stabilisiert den Kreislauf, aktiviert Enzyme.
    Kalium 3,8–5,6 mmol/l Das Leistungsmineral. Muskuläre Kontraktionskraft besonders des Herzens. Senkt den Blutdruck.
    Kalzium 2,25–2,62 mmol/l Steuerung der Muskelkontraktion, der Blutgerinnung, nötig für den Knochenaufbau.
    Magnesium 0,90–1,1 mmol/l Das Salz der inneren Ruhe, das Salz der Belastbarkeit. Bestimmt die Anzahl der Kraftwerke (Mitochondrien) in der Zelle.
    Kupfer 700–1500 μg/l Wichtig für die Zellatmung, also Sauerstoffversorgung der Mitochondrien. Wichtig für die Blutbildung.
    Zink 780–1200 μg/l Der entscheidende Faktor für den Aufbau körperlichen Eiweißes. Zink regelt den Testosteronspiegel, also die sexuelle Aktivität des Mannes.
    Lithium 2–30 μg/l
    (essentiell)
    Anti-Ageing: stimuliert FOXO-Proteine, schützt Gehirnzellen, wirkt antidepressiv.
    Phosphat 2,5–5,0 mg/dl Wesentlich zur Speicherung und Produktion der Energie in der Zelle. Wird im Sport eingesetzt, um die Ausdauerleistung geistig wie körperlich zu erhöhen.
    Mangan 0,2–5 μg/l Wesentlicher Bestandteil von antioxidativen Enzymen in der Zelle. Hält jede Körperzelle länger jung durch Schutz der Telomere (Endstücke der Chromosomen).
    Chrom 0,2–5 μg/l Bestandteil des Glukose-Toleranz-Faktors. Chrom in der richtigen Menge erhöht die Fettverbrennung um den Faktor 4.
    Selen 150–200 μg/l
    (WHO)
    Unverzichtbar für innere Dynamik, Antioxidans in der Zelle. Senkt das Krebsrisiko.
    Blei < 50 μg/l Schwermetall, giftig für Nerven und Knochen. Enthalten in Nahrungsmitteln, insbesondere im Fisch.
    Kadmium < 1 μg/l Giftig für die Nieren. Besonders im Tabak enthalten.
    Quecksilber < 2 μg/l Giftig für Nieren und Leber. Verursacht auch Übelkeit und Schwindel.
    Aluminium < 20 μg/l Gift fürs Gehirn. Ist als Farbstoff (E173) im Einsatz.

     

    Blutwerte verstehen 3: Vitamine und weitere Parameter

    Name Wertebereich Bedeutung
    Vitamin A 1000–2000 μg/l Schützt als Antioxidans jede Zelle. Vermindert Infarkt (zusammen mit Vitamin C).
    Vitamin B1 40–100 μg/l Treibstoff für das Gehirn. Steigert die Gedächtnisleistung, Lernfähigkeit und Konzentration. Mangel macht dement.
    Vitamin B2 150–200 μg/l Verbessert den Schutz vor freien Radikalen, wichtig für die Energieproduktion in der Zelle, am Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel beteiligt.
    Vitamin B6 100–200 μg/l Arbeitet direkt am Muskel. Es dirigiert die einzelnen Aminosäuren zu Muskeln, Nerven und Immunsystem. Mit seiner Hilfe entsteht auch Dopamin und Serotonin.
    Vitamin B9
    Folsäure
    15–25 μg/l Reguliert die Zellteilung, wichtig für die Gewebe- und Blutbildung, verhindert Arteriosklerose durch den Abbau des eigenen Risikofaktors Homocystein.
    Vitamin B12
    Cobalamin
    1000–2000 pg/ml Wichtig für Zellwachstum und Zellteilung, ebenso für die Blutbildung. Zu wenig Cobalamin macht vergesslich, müde und dick.
    Vitamin C 20–30 mg/l Wichtig für Immunsystem, gute Laune und Fettverbrennung. Stimuliert in der Nebenniere Noradrenalin. Zu wenig macht müde, unkonzentriert, lustlos.
    Vitamin D
    25-OH-
    Chol.
    40–80 ng/ml Wichtigstes Vitamin, eigentlich Hormon: Immunsystem, Krebsabwehr, Herz. Wirksam gegen Autoimmunkrankheiten.
    Vitamin E 20–30 mg/l Verringert Krebsrisiko, Antioxidans an der Zellmembran, schützt nachweislich und entscheidend vor Arteriosklerose, lebensverlängernde Wirkung im Tierversuch bereits nachgewiesen. Auch ein wesentlicher Leistungsparameter.
    Vitamin K 200–1000 ng/l Wichtig für die Blutgerinnung. Vitamin K wird auch von Darmbakterien gebildet. Bei Störungen der Darmflora, beispielsweise Darmpilzerkrankungen, Vitamin-K-Mangel
    möglich.
    DAO
    Diamino-
    oxidase
    3–10 U/ml:
    Histamin-Intoleranz
    wahrscheinlich
    > 10 U/ml:
    Histamin-Intoleranz
    unwahrsch.
    Vieldeutig: Häufig Blähungen, aber auch Juckreiz, Kopfschmerz, Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörung.
    Gliadin-AK IgA < 25 RE/ml
    IgE < 25 RE/ml
    Falls knapp erhöht, Blähungen. Deutlich erhöht führt es zur Zerstörung der Dünndarmschleimhaut. Nennt sich Sprue oder Zöliakie.

     

    Blutwerte verstehen 3: Hormone

    Name Wertebereich Bedeutung
    freies
    Testosteron
    Mann: 18–39 J.:
    8,8–27 pg/ml
    40–59 J.:
    7,2–23 pg/ml
    60–80 J.:
    5,6–19 pg/ml
    Frau: 18–39 J.:
    bis 2,57 pg/ml
    40–59 J.:
    bis 2,03 pg/ml
    60–80 J.:
    bis 1,55 pg/ml
    Männliches Keimdrüsenhormon, aber auch im weiblichen Hormonhaushalt unentbehrlich. Steht für inneren Impetus, Dynamik, »Pep«. Gut ist, wenn man im oberen Normbereich liegt. Testosteron baut Muskeln auf und schlechte Laune ab. Zu wenig Testosteron macht lustlos, müde, depressiv. Zu viel davon macht aggressiv. Auch ein Leistungsparameter.
    Cortisol < 100 ng/ml Hauptstresshormon im menschlichen Körper, erhöhte Spiegel zerstören den Körper, z.B. das Immunsystem, den Knochen, das Gehirn.
    IGF I 70–490 ng/ml Insulin-like Growth Factor 1. IGF I ist das »messbare, aussagekräftigste« Folgeprodukt des Wachstumshormons HGH. Mit das wichtigste Anti-Aging-Hormon. HGH baut Fett ab, Muskeln auf, hält jede Zelle jung. Zu wenig IGF I ist gleichbedeutend mit einem Mangel an Wachstumshormon HGH.
    Freies T3 2,0–4,4 pg/ml Reguliert die Schilddrüsenaktivität, fördert den »Zündfunken« für die Fettverbrennung in der Zelle. FT3 ist das aktive Hormon.
    Freies T4 0,9–2,0 ng/dl Speicherform des Schilddrüsenhormons
    TSH 0,27–4,2
    μIU/ml
    Hypophysenhormon, stimuliert die Schilddrüse

     

    Tipp: Sind Abweichungen der Werte vorhanden, sollten diese mit einem Facharzt abgeklärt werden. „Normalwerte“ basieren auf den Werten der Durchschnitts-bevölkerung, welche nicht immer optimal „versorgt“ ist.

    Ob ein Wert in der Norm, „zu niedrig“ oder „zu hoch“ sein soll, ist individuell und differenziert zu bewerten und steht immer im Zusammenhang mit Sportart und Ziel-setzung.

    Mit diesem Artikel wollen wir vor allem zum Nachdenken anregen und Interessierte motivieren, sich mit dem Thema zu befassen. Man möchte nicht glauben, wie sehr sich die persönliche Leistungsfähigkeit damit steigern lässt.

    Mit blutigen, analysebedürftigen Grüßen

    Heli und Wolfi

     

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